Kakao

Der Kakaoanbau ist die Haupteinnahmequelle für mehr als 5,5 Millionen Bauern in Entwicklungsländern und dient über 14 Millionen Menschen als Existenzgrundlage.

Der Kakaoanbau birgt sehr viele Herausforderungen. Als zarte und empfindliche Pflanze muss der Kakaobaum vor Wind, Sonne, Schädlingen und Krankheiten geschützt werden. Kakaobäume erreichen bei entsprechender Pflege im fünften Jahr ihren höchsten Produktionsstand und können diesen 10 bis 15 Jahre lang halten. Die geernteten Bohnen werden dann fermentiert und getrocknet, bevor sie exportiert werden. Diese Schritte sind wichtig, um eine gute Qualität des Kakaos und anschließend der Schokolade zu gewährleisten. Doch trotz dieser harten Arbeit profitieren die Bauern wenig vom globalen Kakaohandel.

Die Herausforderungen der Produzenten in diesem Sektor sind vielseitig. Nicht nur Krankheiten und Alterung schädigen die Kakaobäume; auch die Zahl der Produzenten nimmt ab, da die finanziellen Gewinne in diesem Sektor sehr begrenzt sind. In der Folge entscheiden sich Jugendliche nicht mehr für den Kakaoanbau als Berufswahl. Die Produzenten leben nach wie vor in Armut, weil ihr Einkommen nicht ausreicht, um ihre täglichen Ausgaben sowie die steigenden Kosten einer nachhaltigen Produktion zu decken. Somit sind die Bauern oft gezwungen, nach alternativen Überlebensstrategien zu suchen, was hohe Entwaldungsraten, Kinderzwangsarbeit und viele weitere Problemen nach sich zieht.

Über 70% der weltweiten Kakaoproduktion stammt aus Westafrika. Zu den größten Produzenten gehören die Elfenbeinküste und Ghana, gefolgt von Indonesien, Nigeria, Brasilien, Kamerun und Ecuador. Etwa 90% der Produktion kommt von kleinen Familienbetrieben, für die der Kakao die Haupteinnahmequelle ist. Hinzu kommt, dass der Markt von einer Handvoll multinationaler Firmen dominiert wird, bei genauerer Betrachtung von drei Unternehmen, die fast 60% der weltweiten Kakaobohnenverarbeitung ausmachen. In diesem Zusammenhang sind die Schwierigkeiten des Sektors komplex.

1. Die großen Herausforderungen des Kakaosektors

Unzureichende und unsichere Einkommen für kleine Kakaoproduzent*innen

Auf dem Weltmarkt für Kakao können die Preise sehr niedrig sein, was zu einer unaufhaltsamen Verarmung der Kleinproduzent*innen führt.

Auf dem Weltmarkt für Kakao können die Preise sehr niedrig sein, was zu einer unaufhaltsamen Verarmung der Kleinproduzenten führt. Selbst bei steigenden Marktpreisen profitieren die Produzenten nicht unbedingt in ausreichendem Maße, da viele kommerzielle Zwischenhändler ebenfalls Gewinne abgreifen.

Die Einkommen der Kakaoproduzenten sind also lange noch nicht hoch genug, um sich selbst zu versorgen. Sie leben oftmals weit unter der extremen Armutsgrenze von 1,90 $ pro Tag. Neben diesen wirtschaftlichen Bedenken herrschen sehr schwierige - ja sogar gefährliche - Arbeitsbedingungen auf Kakaoplantagen. Ohne zufriedenstellende Zukunftsperspektive verlassen immer mehr junge Menschen die ländlichen Gebiete und damit auch den Kakaoanbau.

Kinderausbeutung

Im Kakaosektor ist die Kinderarbeit nach wie vor Gegenwart, allein in der Elfenbeinküste und Ghana arbeiten rund 2,1 Millionen Kinder auf den Feldern.

Sehr schwere Säcke und Wasserbehälter schädigen ihre Rücken, Macheten und andere Werkzeuge verletzen sie, Pestizide lassen ihre Gesichter anschwellen, gefährliche Insekten und Schlangen sind allgegenwärtig. Die Kinder kommen zu Tausenden aus Mali, Burkina Faso, Togo oder den zentralen und nördlichen Regionen der Elfenbeinküste. Dies geschieht unter dem Vorwand, dass sie dort ein besseres Leben vorfinden würden. Kinderarbeit auf Kakaoplantagen öffnet somit die Tür zum Kinderhandel auf nationaler und internationaler Ebene.

Kinderarbeit ist auf eine Reihe von Ursachen zurückzuführen, darunter strukturelle Armut, eine erhöhte Kakaoproduktion und der Mangel an Schulen und anderweitiger Infrastruktur. Kein Unternehmen und keine Regierung ist dem Ziel des Sektors nahe: die Kinderarbeit zu beseitigen und die Verpflichtungen zur Reduzierung der Kinderarbeit um 70% bis 2020 zu erfüllen.

Was sagt die Studie von der Tulane Universität?

Laut einer Studie der Tulane University aus dem Jahr 2015 ist die Zahl der Kinder, die auf Kakaoplantagen in Westafrika arbeiten, in den letzten Jahren gestiegen, obwohl sich die Schokoladenindustrie verpflichtet hat, diese Praxis bis 2020 zu beenden.

2,26 Millionen Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren arbeiteten zwischen 2013 und 2014 in Ghana und der Elfenbeinküste im Kakaoanbau, was einem Anstieg von 443.000 Kindern innerhalb von 5 Jahren entspricht. Von diesen sind 90% für gefährliche Arbeiten gemeldet.

Link zur Studie der Tulane University (2015) :

"ENQUÊTE SUR LE TRAVAIL DES ENFANTS DANS LES ZONES DE CULTURES DE CACAO EN AFRIQUE DE L'OUEST".

Klimawandel und zunehmende Waldrodung

Die Armut hindert die Produzenten daran, in ihre Betriebe zu investieren.

Infolgedessen altern viele Kakaobäume und befinden sich in einem schlechten Zustand. Deshalb werden die Ernten immer weniger, ihre Qualität ist stark beeinträchtigt. Pflanzen sind zunehmend von Krankheiten betroffen, die durch den Klimawandel verursacht werden. Eine große Anzahl von Kakaobäumen befindet sich in einem erbärmlichen Zustand, was zu schlechten Ernten und Qualitätseinbußen führt. Der unverantwortliche Einsatz von Pestiziden, übermäßige Landnutzung und Monokulturen zerstören zudem die Umwelt und verringern die Bodenfruchtbarkeit.

Die kakaobedingte Waldrodung in Westafrika nimmt zu.

Um die wachsende Nachfrage nach Schokolade zu decken, werden neue Kakaokulturen illegal angebaut, insbesondere in Schutzgebieten der Tropenwälder. Dieses Phänomen gefährdet die natürlichen Lebensräume der heimischen Tierarten und beschleunigt den Klimawandel.

 

2. Welche sind die wichtigsten Normen für den Kakaosektor des fairen Handels?

Die Produzenten können sich auf eine bessere Zukunft freuen.

⇒ Die Produzent*innen vereinen sich in transparenten und demokratischen Kooperativen, die ihnen auf vielfältige Weise nützen: ihre Verbindungen zu Käufern sind stärker, ihre Verhandlungsmacht ist größer, ihre Effizienz höher.

Sie können gemeinsam Investitionen tätigen und kollektiv für die soziale und ökologische Entwicklung ihrer Gemeinschaften handeln.

⇒ Der Fairtrade-Mindestpreis (festgelegt auf 2.400 $/Tonne), der seit dem 1. Oktober 2019 für konventionellen Kakao um 20% gestiegen ist, dient als Sicherheitsnetz im Falle eines Preisverfalls und sorgt für Stabilität für die Produzenten. Dieser Mindestpreis wird von den Importeuren direkt an die Produzentenkooperativen gezahlt. Wie bereits erwähnt, handelt es sich um ein Sicherheitsnetz, sodass die Kooperativen nicht weniger als diesen garantierten Mindestpreis erhalten können. Sie haben jedoch die Möglichkeit, Preise über diesem Mindestpreis auszuhandeln. Wenn die Weltmarktpreise den zugesicherten Mindestpreis übersteigen, profitieren die Produzenten zumindest vom Marktpreis.

⇒ Erfahren sie mehr über die Neubewertung des Fairtrade Mindestpreis

Den Mindestpreis für Kakao und die Entwicklungsprämie einsehen. können Sie auf der Website ⇒Fairtrade International einsehen. 

⇒ Die Entwicklungsprämie, die zum 1. Oktober 2019 auf 240 $ pro Tonne festgesetzt und innerhalb der Kooperativen gemeinsam verwaltet wird. Dies ist ein zusätzlicher Geldbetrag, der zusätzlich zum Kaufpreis für Kakao gezahlt wird, um gemeinsame Projekte zu finanzieren, die der gesamten Gemeinschaft zugutekommen. Sie wird an Produzentenkooperativen verteilt, die demokratisch und nach ihren Bedürfnissen und Prioritäten über ihre Verwendung entscheiden. Mit diesem Entwicklungsbonus können dann lokale Initiativen finanziert werden, um die Lebensbedingungen der Gemeinschaften zu verbessern: Zugang zu Gesundheit, Bildung, Zugang zu Trinkwasser usw.

Auf diese Weise perfektionieren die Produzenten etwa die Fermentation und Trocknung von Kakaobohnen - zwei grundlegende Schritte zur Bildung von Aromen, die nicht nur nachhaltigere Beziehungen zu Käufern nach sich ziehen. Die Produzenten können außerdem die Qualität ihrer Produktion steigern und sich so neue Märkte erschließen. Viele von ihnen forderten, dass die Prämie als Ersatz für alte Kakaobäume verwendet wird und investierten in bessere Einrichtungen für Sammlung, Lagerung und Transport. Darüber hinaus befähigen die Kooperativen die Produzenten durch eine Ausbildung, den Klimawandel wirkungsstark zu bekämpfen.

⇒ Hier mehr erfahren

⇒ Seit dem 1. Oktober 2019 wird die Bewertung von Bio- und Fairtrade-Kakao durch die Einführung einer Bio-Prämie von 300 $ pro Tonne Bohnen erhöht. Diese Prämie wird zusätzlich zum Kaufpreis (Marktpreis oder garantierter Mindestpreis, je nachdem, welcher höher ist) und zur Entwicklungsprämie erhoben.

Vorfinanzierung von 60% des Kaufpreises der Bohnen auf Anfrage der Produzentenkooperative.

Dank der Fairtrade-Zertifizierung haben die Produzentenorganisationen einen besseren Zugang zu Krediten und finden leichter Kontakte zu Mikrofinanzinstitutionen.

Die Bekämpfung der Kinderarbeit ist eine Priorität.

Die Fairtrade-Bewegung setzt sich für die Bekämpfung der Ausbeutung und des Missbrauchs von Kindern mittels Normen und den verschiedenen Programmen der Produzentennetze ein. Die Anforderungen an den fairen Handel bezüglich der Kinderarbeit basieren auf den Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO-Konvention 182 über die schlimmsten Formen der Kinderarbeit und ILO-Konvention 138 über das Mindestalter) und dem Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes.

Der faire Handel verbietet die Beschäftigung von Kindern unter 15 Jahren, und kein Kind unter 18 Jahren darf gefährliche Arbeiten verrichten, die seine Gesundheit, Bildung oder Entwicklung gefährden. Wenn die nationalen Rechtsvorschriften ein höheres Mindestalter für Kinderarbeit vorsehen, dann verlangt der faire Handel von den Produzenten, dass sie die nationalen Rechtsvorschriften einhalten.

Die Einhaltung der Fairtrade-Standards wird von FLOCERT, einem unabhängigen, ISO-zertifizierten Unternehmen, überprüft und umfasst angekündigte und unangekündigte Audits von zertifizierten Produzentenorganisationen und deren Betrieben. Eine Verletzung der Menschenrechte, einschließlich Menschenhandel, Zwangsarbeit oder der schlimmsten Formen der Kinderarbeit, führt zur sofortigen Aussetzung und zum Entzug der Zertifizierung. Es werden auch Sofortmaßnahmen zum Schutz der betroffenen Kinder ergriffen, indem mit nationalen Kinderschutzbehörden und/oder Kinderrechtsorganisationen zusammengearbeitet wird, um das langfristige Wohlbefinden zu gewährleisten.

Zur wirksamen Bekämpfung von Kinderarbeit setzt Fairtrade auch auf Trainingsprogramme, Informations- und Sensibilisierungskampagnen sowie die Unterstützung von Familien und Dorfgemeinschaften.

Fortin BLEY

Fortin Bley ist Generalsekretär der Kakaooperative CANN in der Elfenbeinküste und Präsident von Fairtrade West Africa, ein regionaler Zweig des Produzentennetzwerks Fairtrade Africa.

Die Kooperative CANN wurde 2010 Fairtrade zertifiziert und umfasst knapp 600 Kakobauern. Ziel des Zusammenschlusses ist, sich gegenseitig zu unterstützen und die Verhandlungspositionen zu stärken. Mithilfe der Fairtrade-Prämie haben die Kakaobauern von CANN bereits verschiedene Gemeinschaftsprojekte verwirklich. Seit der Zertifizierung hat sich nicht nur die Qualität des Kakaos verbessert, auch die Lebensqualität der Produzenten ist gestiegen.

Neben vielen anderen Weiterbildungen konzentriert sich die Kooperative CANN auch auf die Prävention der Kinderarbeit. Über die strengen Fairtrade-Standards hinaus werden die Eltern über die Gefahren der Kinderarbeit informiert, um ein reelles Umdenken in den Gemeinschaften zu bewirken. Die Kooperative CANN erfasst die Daten jedes Neugeborenen und jedes Kindes der Gemeinschaft. Solche Maßnahmen verhindern, dass "Sklavenkinder" unbemerkt auf den Feldern eingesetzt werden. Fairtrade arbeitet mit Regierungen und der Zivilgesellschaft zusammen, um die Maßnahmen gegen Kinderarbeit weiter zu stärken.

"Fairtrade ist aktuell das einzige Modell, das den Menschen ins Zentrum der Geschäftsbeziehungen stellt. Der faire Handel respekiert und wertschätzt die Produzent*innen und setzt die Priorität auf Transparenz und Demokratie. Die gesamte Industrie könnte vom Fairtrade-System lernen."

Strenge Umweltkriterien fördern eine nachhaltige Landwirtschaft

Die Umwelt ist eine der fundamentalen Säulen des fairen Handels. Ziel ist es, die natürlichen Ressourcen zu erhalten, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und sich dank der Kriterien der Arbeitsverteilung, der Investitionen über den Entwicklungszuschuss und der spezifischen Programme auch an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen:

⇒ Die Produzenten werden ermutigt, ihre Praktiken anzupassen, um den ökologischen Fußabdruck landwirtschaftlicher Tätigkeiten zu verringern.

⇒ Natürliche Inputs werden bevorzugt und Pestizide im Rahmen der Notwendigkeit eingesetzt. Die Verwendung der gefährlichsten Chemikalien ist verboten, ebenso die Verwendung von GVO (Gentechnisch veränderte Organismen).

⇒ Die Umstellung auf den ökologischen Landbau wird durch eine spezifische Prämie gefördert, um die Ökosysteme angesichts des Klimawandels zu stabilisieren.

⇒Unterstützungsprogramme wie das Equity-Programm, dem das Westafrikanische Fairtrade Producers' Network (FTA-WA) als Partner angehört, ermutigen Kooperativen, mit Nichtregierungsorganisationen zusammenzuarbeiten, die Erfahrung im Umweltschutz besitzen. Dies dient insbesondere dem Erhalt der natürlichen und landwirtschaftlichen Artenvielfalt sowie dem Ziel, den Klimawandel einzudämmen.

Schulungen schärfen das Bewusstsein der Produzenten für verschiedene Themen, darunter die Bekämpfung des Klimawandels und nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken.

3. Die Programme “Kakao für Westafrika” und “Women's School of Leadership”

Die im Jahr 2015 gestartete Initiative zielt darauf ab, die Kapazitäten von Fairtrade-zertifizierten Kakao-Kooperativen in Ghana und Côte d'Ivoire zu stärken und auszubauen. Sie unterstützt die Zertifizierung von Kooperativen in der Region und hilft ihnen so, die Aufgabenverteilung zu verstehen und umzusetzen. .

Strategische Unterstützung und thematische Schulungen für Kooperativen

Zusätzlich zur grundlegenden Unterstützung bei der Zertifizierung bietet dieses Programm den Kooperativen strategische Unterstützung beim Aufbau ihrer Organisationsfähigkeiten, der Vorbereitung ihrer Hauptversammlungen, der verantwortungsvollen Unternehmensführung und der Einhaltung der lokalen Gesetzgebung.

Fairtrade Africa bietet jährliche thematische Schulungen an zu wichtigen Themen wie internen Managementsystemen, Finanzführung, Mitgliederbindung oder Prävention von Kinderarbeit. Diese Schulungen werden nach Bedarf angeboten und basieren auf einer fundierten Bewertung der Kapazitäten, Fähigkeiten und der Professionalität der Produzentenorganisation. .

Programmkontrolle und -bewertung

Das Programm zeichnet sich durch seine Kontrollen aus, mit deren Hilfe die Wirksamkeit und Wirkung von Maßnahmen besser bewertet werden können. Im Jahr 2018 sammelte Fairtrade Daten von 41 Kooperativen und über 600 Produzenten in Ghana und der Elfenbeinküste in Bezug auf 20 Wirkungsindikatoren wie das Haushaltsnettoeinkommen, die von Genossenschaften geförderten Bemühungen zur Einkommensdiversifizierung und die Einschätzung der Mitglieder/ Kooperativen zur Wirksamkeit des Programms. Diese Studie ermöglicht es, das Programm entsprechend dem Feedback der Kooperativen zu bewerten und anzupassen..

Die CAPRESSA-Genossenschaft, ein Fairtrade-Modell in der Elfenbeinküste.

Die Kooperative CAPRESSA hat ihren Sitz in Indénié-Djuablin, einer Region im Osten der Elfenbeinküste, und wurde am 5. Juli 2003 gegründet. Seit 2011 ist sie Fairtrade-zertifiziert. Die Produzenten dort leben hauptsächlich vom Kakao. In letzter Zeit haben jedoch viele in dem Versuch, ihre Einkommensquellen zu vermehren, damit begonnen, zusätzlich Kautschuk und Cashewnüsse anzubauen. Die Mission der Kooperative ist es, das Einkommen und das Entwicklungspotenzial der Produzenten zu steigern. Sie hat sich für die Fairtrade-Zertifizierung entschieden, da sie auf diese Art und Weise vom garantierten Mindestpreis und der Entwicklungsprämie profitieren kann. In den letzten 7 Jahren wurde dank des Bonus eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt, um das Leben der Produzenten zu verbessern:

  • Sparplan für Produzenten mit Hilfe von Managementsoftware.
  • Vertrieb von Arbeitsmitteln und Werkzeugen (Stiefel, Macheten, Ernte- und Entschalungswerkzeuge).
  • Bereitstellung von persönlicher Schutzausrüstung.
  • Eröffnung der Women's Leadership School, einem innovativen Programm, das Frauen Zugang zu vielen Bereichen ermöglicht: Finanzen, Verhandlung, Entscheidungsfindung, Selbstvertrauens-Workshops, Geschlechtergerechtigkeit und Selbstwertgefühl..
  • Installation von Wasserpumpen in Dörfern.
  • Verteilung von Schattenbäumen zur Bekämpfung der Entwaldung.

"Die Trainingseinheiten haben mir sehr geholfen. Durch das Wissen, das ich mir in Bezug auf Selbstvertrauen oder Menschenrechte angeeignet hatte, konnte ich andere Frauen in der Kooperative kennenlernen und ihr Bewusstsein schärfen". Julienne Assoko, CAPRESSA-Genossenschaft, Elfenbeinküste.

Beispiel für die ACOPAGRO-Kooperative in Peru

Women’s School of Leadership

Die Women’s School of Leadership wurde im vergangenen Jahr in Abengourou, der östlichen Elfenbeinküste, gegründet. Sie möchte Frauen befähigen, Führungspositionen in Kooperativen als auch ihren eigenen Gemeinschaften zu übernehmen. Die ersten 20 Studenten haben nun ihren Abschluss gemacht.

Kakaoproduzentinnen in der Elfenbeinküste sehen sich mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert, die sie daran hindern, in ihren lokalen Gemeinschaften oder Kooperativen eine Führungsrolle zu übernehmen. Die größten Hindernisse bilden traditionelle, soziale und kulturelle Normen. Sie bestimmen die Rolle der Frauen in den Gemeinschaften und schränken ihren Zugang zur Landwirtschaft, zu Informationen und Darlehen ein. Es ist offensichtlich, dass Frauen mit geringerer Wahrscheinlichkeit landwirtschaftliche Fläche besitzen als Männer: Tradition und Eigentumsrechte bedeuten, dass Männer Land erben und nicht Frauen. Ihr Nachteil in der Landwirtschaft lässt sich sogar beziffern: In der Region um Abengourou haben Frauen zu 5-26% weniger Möglichkeiten, einer Kooperative beizutreten als Männer.

Die Fairtrade-Bewegung initiierte deshalb das Programm « Women’s School of Leadership » in der Elfenbeinküste, um die Geschlechtergleichstellung und ihre persönliche Autonomie zu fördern. Ziel ist auch, die Chancen von Frauen in landwirtschaftlichen Gemeinschaften mithilfe von Schulungen in Finanzen, Verhandlungen und Entscheidungsfindung zu verbessern. Mit dem Abschluss des Programms sind 19 Frauen und 3 Männer aus sieben ivorischen Kakaokooperativen Botschafter der "Leadership School": Sie teilen ihr Wissen mit ihren Gemeinschaften und Kooperativen, das heißt rund 5.000 Menschen. Das Modell wurde in Lateinamerika nachgebildet, wo 109 Frauen aus sechs Organisationen in Guatemala ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben; Anfang 2019 wurde vom Fairtrade Network of Producers in Asia and the Pacific (NAPP) zudem eine neue Schule gegründet.

Für weitere Informationen:

⇒ Interview avec Julienne Assoko

⇒ The New Queens of Cocoa - Meet the women cocoa farmers growing in courage in the face of adversity in the Ivory Coast

Kakao anbauen, Stimmen erheben

25 Kakaoproduzentinnen präsentierten ihre Herausforderungen und Ambitionen in einem kurzen Dokumentarfilm über die Rechte der Frauen in Westafrika.

Diese Dokumentation hat eine besonderen Stellenwert, da die Frauen selbst für die Bilderproduktion verantwortlich waren. Dazu wurden sie intensiv per Video geschult. Sie lernten Interviewtechniken, den Umgang mit Kamera und Mikrofonen, das Schreiben von Synopsen und Bearbeitungstechniken. Dann kehrten sie in ihre jeweiligen Dörfer zurück, um ihren Film zu drehen.

Die Dokumentation erzählt die Geschichte von Frauen im Kakaoanbau, die hart arbeiten, ohne die Früchte ihrer Arbeit zu ernten. Sie erklären, warum höhere Preise für Kakao sowie ein erleichterter Zugang zu Pestiziden und Transport notwendig sind. Sie hoffen, eine aktivere Rolle in ihrer Kooperative zu spielen und sogar deren Leiter zu werden.

4. Einige Zahlen über Fairtrade-Schokolade in Luxemburg

Hierzulande ist Fairtrade-Kakao im Handel in verschiedenen Formen zu finden. So gibt es beispielsweise Kakaopulver, Schokoladenmilch, Schokotafeln, Schokoriegel, verschiedene Arten von Schokoaufstrichen, Pralinen oder Fairtrade-Schokoladencroissants.

Im Jahr 2018 haben uns die luxemburgischen Lizenznehmer mit der Einführung neuer Fairtrade-Kakaoprodukte auf dem Markt begeistert. Hinzu kommt ein Wachstum des Kakaos von über 37% dank der Erweiterung des Bio-Eisangebots, der verschiedenen Saisonprodukte für die Oster- und Weihnachtszeit sowie der neuen Backwaren, die viele Verbraucher verführt haben!

Fair gehandelte Kakao- und Schokoladenprodukte sind in Supermärkten, Bio- oder Fachgeschäften, Weltläden oder im Gastronomiesektor erhältlich, die auch eine Reihe von Fairtrade-Kakaoprodukten anbieten.

Detailliertere Informationen finden Sie im Produktindex auf unserer Website www.fairtrade.lu .

Und weltweit

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