Pressemitteilung: Luxemburg kauft fair ein? Vorstellung der Ergebnisse der Ilres-Umfrage

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Pressemitteilung: Luxemburg kauft fair ein? Vorstellung der Ergebnisse der Ilres-Umfrage

von Fairtrade Lëtzebuerg

 

Fast alle Einwohner Luxemburgs (96%) haben vom fairen Handel gehört, 7 Prozentpunkte mehr als noch vor fünf Jahren. 7 von 10 Befragten geben an, dass sie sehr gut wissen, was fairer Handel ist. Fast 74% geben an, Produkte mit dem Fairtrade-Label zu konsumieren oder zu kaufen. Die Mehrheit der Einwohner ist der Meinung, dass alle nationalen Akteure – allen voran der Staat, mit gutem Beispiel vorangehen und Fairtrade-Produkte nutzen sollten. Darüber hinaus sind 8 von 10 Einwohnern der Meinung, dass die Behörden luxemburgische Unternehmen ermutigen sollten, Fairtrade-Rohstoffe zu verwenden.

Wenn eine ihrer Lieblingsmarken in einen Skandal von Menschenrechtsverletzungen bei den Arbeitsbedingungen verwickelt wäre, würden 56% der Befragten die Marke wechseln. Diese Informationen stammen aus einer Umfrage, die von der NGO Fairtrade Lëtzebuerg in Zusammenarbeit mit dem Institut Ilres unter mehr als 1.000 Einwohnern Luxemburgs durchgeführt wurde.

Auf dem Weg zu einem anderen Wirtschaftssystem

Ein fairer Preis für die Produzenten ist nicht nur seit fast 30 Jahren das grundlegende Ziel des Fairtrade-Labels, sondern ebenfalls das wichtigste Argument der Einwohner Luxemburgs, fair zu konsumieren.  57% von ihnen glauben, dass der Hauptgrund für den Kauf von Produkten mit dem Fairtrade-Label darin besteht, den Produzenten einen fairen Preis und faire Bedingungen zu bieten. Bei den über 55-Jährigen ist dies noch stärker ausgeprägt, da 73% der Einwohner dieser Altersklasse dies als Hauptgrund für ihre Kaufentscheidung angeben.

Konkret gegen Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten vorzugehen (47%), Kleinproduzenten direkt zu helfen (41%) und ein Wirtschaftsmodell zu unterstützen, das auf einem fairem Handel basiert (32%), sind die anderen Hauptgründe, sich für Produkte mit dem Fairtrade-Label zu entscheiden. Wirtschaftliche und soziale Belange stehen daher bei den Kaufgründen der Befragten an erster Stelle. Der zunehmende Druck der Zivilgesellschaft zugunsten der gesetzlichen Verankerung einer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht für Unternehmen in Luxemburg und in Europa bekräftigt den Wunsch der Befragten nach fairen und sozial menschenwürdigen Lieferketten.

Die Macht der Gewohnheit, zu „seinen“ Lieblingsmarken zu greifen zählt für 35 % der Befragten zu den Gründen, sich nicht für Fairtrade-Produkte entscheiden. Diese Statistik ist umso ausgeprägter in der Altersgruppe über 55 Jahren (+45%). Als weitere Gründe werden zu hohe Preise (25%) und mangelndes Wissen darüber, wo man Fairtrade Produkte kaufen kann (19%) genannt. Dies stellt eine Herausforderung dar, da heute mehr als 2700 Fairtrade-zertifizierte Produkte in mehr als 300 Verkaufsstellen in Luxemburg verfügbar sind, von kleinen lokalen Lebensmittelgeschäften bis hin zu großen Supermärkten, einschließlich der Weltläden. Eine weitere Erkenntnis ist, dass 21% der Befragten keinen Grund nennen können,  wieso sie keine Fairtrade-Produkte kaufen. Bei diesen 40% die aktuell noch keine Fairtrade-Produkte kaufen besteht also ein erhebliches Potenzial, diese Leute als überzeugte Fairtrade-Konsumenten zu gewinnen.

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